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Schwach auf Augenhöhe




Döbelner Anzeiger, 04.03.2015

Von Dirk Westphal

Nicht schön, aber interessant: Die Frauen des VfL Waldheim 54 und der HSG Neudorf/Döbeln trennen sich unentschieden.

Kein Jubel, keine Ausgelassenheit, kein Enthusiasmus. Den Spielerinnen beider Mannschaften war nach dem Lokalderby in der Sachsenliga der Frauen zwischen dem VfL Waldheim 54 und der HSG Neudorf/Döbeln eher Ernüchterung anzusehen. Beide Seiten hatten über die 60 Minuten kämpferisch alles gegeben, beide Seiten hatten irgendwann den Sieg in der Hand, doch beide Seiten machten sich ihr Vorhaben, mit einem vollen Erfolg Platz drei zu erobern, beziehungsweise zu festigen, mit unzähligen Fehlwürfen und technischen Fehlern kaputt. Und so gingen auch die rund 380 Fans eher enttäuscht, teils sogar schimpfend, aus der Melzer-Stadtsporthalle, obwohl das 23:23 (14:13) eines ganz sicher nicht war: langweilig.
Vor allem die beiden Trainerfüchse, André Hein auf der Waldheimer und Bernd „Berta“ Berthold auf der anderen Seite, hatten sich taktisch etwas einfallen lassen, oder mussten im Spielverlauf umdenken, um erfolgreich zu sein.

Taktische Feinheiten
So zeigten sich die erfahreneren Gäste, erstmals nach Schwangerschaftspause mit Christin Röthig, von der Pressdeckung gegen Spielmacherin Sandra Klausner doch beeindruckt. Mit 4:1 führten die Gastgeberinnen gleich zu Beginn und erhöhten trotz einer offensiven Deckung von Maria Ludwig gegen die sehr starke Nicole Natzschka zwischenzeitlich beim 12:7 und 13:8 auf fünf Tore Vorsprung. Im Angesicht, für eine Vorentscheidung sorgen zu können, gaben die Waldheimerinnen, ohne die verletzte Tatewik Tersarkisianz, nun etwas die Struktur in ihrem Spiel preis und kassierten in den letzten Minuten der ersten Hälfte einige leichte Treffer. So waren die Neudorf/Döbelnerinnen, die im Hinspiel noch deutlich gewonnen hatten, beim 14:13-Pausenstand wieder dran.

Nach dem Seitenwechsel gab es dann die nächsten taktischen Feinheiten hüben wie drüben zu bestaunen. Während Berthold auf eine 4:2-Deckung umstellte, Sandra Laudel befasste sich mit Franziska Kirchner und Ludwig weiter mit Natzschka, gab es auf der Gegenseite gegen Klausner keine offensive Deckung mehr. Davon waren die Gäste wohl so überrascht, dass sie in dieser Phase vor allem von den Außen beste Chancen liegenließen. Allerdings verwarf auf der Gegenseite auch Kati Horn insgesamt vier von elf Siebenmetern und so waren beim 17:18 durch die stärkste Döbelnerin, Isabel Gebhardt, plötzlich die Gäste vorn.

Torarme Schlussphase
Eine von Natzschka clever verwandelte Freiwurfkombination leitete eine torarme Schlussphase ein, in der beim 22:20 (48.) die Waldheimerinnen wieder auf der Siegerstraße schienen, doch nach zahlreichen Fehlwürfen beim 22:23 (58.) dann doch der Favorit aus Döbeln. Als dann zwei Minuten vor dem Ende Kati Horn per Strafwurf zum 23:23 traf, passierte hüben wie drüben nicht mehr viel. Die Spielerinnen beider Mannschaften waren vielmehr froh, nicht verloren zu haben.
Für die Trainer beider Mannschaften traf das eher weniger zu. VfL-Coach André Hein sagte dem Döbelner Anzeiger: „Ich dachte, dass wir mehr Probleme bekommen. Unterm Strich muss sich keiner wundern, wenn Waldheim in Anbetracht eines Vorsprungs von fünf Toren gewinnt. Aber in entscheidenden Phasen haben wir den Sack nicht zugemacht. Wir haben uns vor einem tollen Publikum als Mannschaft präsentiert und bleiben mit dem Unentschieden im Jahr 2015 weiter ungeschlagen.“ Aber auch sein Gegenüber, Bernd Berthold, sah seine Truppe zwischendurch auf der Siegerstraße. „Die Partie war ein Festival der Fehlwürfe und technischen Fehler, in der VfL-Torfrau Juliane Klimiuk einen super Tag erwischt hatte. Auch schlecht spielend hätten wir doch gewinnen müssen“, so der HSG-Verantwortliche. „Aber wir haben im Spielverlauf zu fahrig agiert. Überraschend war für mich, dass bei uns selbst erfahrenen Spielerinnen ohne Not technische Fehler und Fehlwürfe unterliefen. Die beiden Mannschaften können vielleicht mit dem Unentschieden leben. Ich nicht! Weil wir klarste Chancen nicht nutzen. Geärgert habe ich mich vor allem für unsere Fans, weil wir solch ein Larifari-Spiel abliefern.“

VfL Waldheim 54 - HSG Neudorf/Döbeln 23:23 (14:13)

VfL Waldheim 54: Klimiuk, Horn (8/7), Kuhn, Kirchner (4), Hochmuth (2), Wadewitz (1), Natzschka (6), Zaspel (1), Geißler (1), Rühle. HSG Neudorf/Döbeln: Ehrenberg, Eichhorn, Ballaman (1), Gebhardt (8/2), Eisold (3), Faulhaber, Laudel, Burkhardt, Ludwig (1), Klausner (5), Minnich, Vogt (2), Röthig, Eberhardt (3).
SR: Hanschke/Tacke (HSV Weinböhla). Zu: 380



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